Zum Abschluss der Vorfasnacht 2015 gastierten wir im Lande des Fussballweltmeister. Und für alle welche meinen wir waren in Portugal oder Brasilien – vom schön aussehen ist man noch nie Weltmeister geworden! Deutschland war bisher in meiner Guuggenkarriere immer wieder ein nettes Pflaster. Da entstanden Geschichten wie das fachmännische abbrennen von Pyromaterial in einer Halle, oder das betreuen einer Schlummerbar (egal was bestellt worden ist – es gab immer Cola mit einem Schuss Whiskey), oder auch schon in Sommermonaten wurde in einem Bach mitten in der Stadt nach Gold, resp. Hotellschlüssel gesucht.


Unser Trip nach Oberkirch war eigentlich schon länger gebucht, doch im letzten Sommer war dies allgemein ein Thema bei den Obercheler Fasnächtler so kam es zustande dass das Buebezögli, die Trichlergruppe, Gemeindevertreter, und Fasnachtsgruppe Cultura Abartico (CA) auch mitreiste.

Schon in den frühen Morgenstunden, nach 7.00 Uhr durften wir beim Schminkteam antraben. So war es auch eine super Vorbereitung auf die bevorstehenden Tage ab Donnerstag. Jeder hatte die Gelegenheit zu kontrollieren wie sich der Körper verhält wenn es schon um diese Zeit Bier gibt. So wie ich dies gesehen hab, wurden da bei allen Gosler die Hausaufgaben gemacht und kann somit sagen, wir sind Bereit!
Gegen 9 Uhr trafen dann auch die anderen Delegationen welche mitreisten sowie die zwei Reisecars ein. Ebenfalls wurde da auch das Geheimnis gelüftet wer noch in unserem Car mitreist. Angesagt war lediglich dass sich 6 Personen einer Fasnachtsgruppe noch zu uns setzen werden. So war die Gerüchteküche eröffnet, sogar der Gemeinderat wurde in unseren Kreisen gehandelt. Aber wer eigentlich etwas besser aufgepasst hat, hätte von Anfang her ahnen können dass dies CA sein wird.
Nach einer unterhaltsamen Carreise von ungefähr 3 Stunden erreichten wir die Stadt Oberkirch (ist dann um einiges grösser als „grosse “ Sursee :-) nur haben diese keine Formel 1 strecke…). Nach Ankunft gab es in einer Kneipe währschaftliche Kost und somit waren für die nächsten Stunden die Hungergefühle allesamt gestillt. Ich persönlich musste sogar ein kleines Verdauungsnickerchen machen. Unser Neumitglied Janik schloss sich auch mir an, wobei er hatte andere Probleme da er die ersten Versuche gemacht hatte mit Snus, er blieb dann auch etwas länger liegen.
Die Vorbereitungen für die Fasnacht liefen zwar nachmittags noch im Stadtkern auf Hochtouren. Doch die Zapfsäulen waren bereits in Betrieb und mit guter Musik wurden wir eingeheizt. Einige versuchten sich sogar bei einem Kafischnaps. Die Feedbacks und meine persönliche Kostprobe bestätigen aber dass ein Kafischnaps in Zürich oder jenes vom Kaffestand beim Jet d’Eau einiges leckerer sind. Jedoch ist der Preis von rund 2 Euro wieder mehr als nur angemessen.
Um 17.00 Uhr war dann das stellen des Guuggerbaums angekündigt, dort durften wir dann zum ersten Mal unseres Musikalisches Talent zeigen.
Als es dann dunkel war, standen wir zum Fackelumzug ein. Das grösste spektakel da war sicherlich unsere Musikalische Leistung. Aber eben, es kann nicht immer alles perfekt sein und Stärke zeigt man, wenn man dazu stehen kann. Jedenfalls schaukelten wir das Ding durch. Somit war es dann auch Fakt dass unser Abendprogramm gelaufen ist und uns dem widmeten was wir schon den ganzen Tag machten… Und wenn dies Madlen Meier gerade liest. Wie du siehst, ich schreibe doch nicht alles schön;-).

Dass dieses Oberkirch in Baden-Württemberg etwas grösser ist als dieses im Kanton Luzern und evtl. nur ein Hauch von Ortskundigkeit benötigt, musste Kunze nach Mitternacht bei eigenem Leib erfahren. Immerhin waren seine Eltern dabei wo er die Unterstützung anfordern konnte. Ansonsten gab es aus Navigationstechnischer Sicht keine weitere Pannen nur dass die Richtungsanzeigen nicht immer korrekt waren aber, wir sind ja keine Geografiespezialisten und deshalb ist alles halb so wild.
Wie gesagt, alle fanden den Weg eigentlich zur Turnhalle wo ein grösseres Schnarchkonzert stattfand. Nur die einen konnten gut und die anderen weniger gut schlafen. Ich selber habe perfekt geschlafen.

Es ist zwar evtl. nicht so appetitlich aber auch dies muss gesagt sein. Bekanntlich muss auch ich mal Pfunden gehen, auf Rat von einem Guuggenspändli suchte ich dann die Damentoilette auf. Alles soweit gut. Doch während meines Stuhlganges passierte folgendes. Türe öffnet sich, der Sitzungsteilnhemer (dürfte wohl ziemlich sicher eine Frau sein) setzt sich ab, und lässt es so richtig krachen. Ich selber kann fast nicht mehr vor Lachen denn ich wusste ja, dass ich auf einer Damentoilette bin aber diese Töne waren schon sehr eigenartig… Jedenfalls suchte ich am Folgetag nach der mutmasslichen Täterin. Dann die „grosse“ Erlösung bevor ich einen psychischen Schaden davon trage. Während dem Schminken am Sonntag stellte sich Silvan selber bei mir, dass er es war und es halt einfach so ist… Ich selber akzeptiere das, denn auf dem Männer WC wäre das bestimmt keine Besonderheit gewesen.

Nach dem Morgenessen und die meisten frisch geduscht hatten ging es wiederum zum Schminken. Dass der Samstag sowie die ersten Stunden vom Sonntag kein Kindergeburtstag war, konnte man förmlich feststellen. Die Schuld wiesen die meisten dann auf das Bier zurück, muss aber auch sagen, dass auch ich wieder Eichhof etwas mehr schätze :-).

Nach dem Schminken folgte der Fussmarsch wiederum in die Altstadt Oberkirch. Manche suchten einen Geldautomaten auf. So auch Rogger Stifu, er kam förmlich in Verzweiflung als die Anzeige sich nach dem Karteneinschub nicht änderte zur PIN Eingabe und nur noch komische Geräusche aus dem Automaten kamen. Ich versuchte ihn zu beruhigen, dass er beim nächsten Mal zuerst oben am Automaten lesen soll, ob es sich bei dem Gerät um einen Geldautomaten oder ein Kontoauszugdrucker handelt. Die Karte kam dann glücklicherweise doch hinaus und beim Automaten gegenüber konnte er dann auch ganz locker Monopolygeld beziehen.
Am Nachmittag folgte dann der Umzug. Gemütlich standen die Obercheler Delegetionen zusammen ein, die Wartezeit wurde mit Eichhof Bier (mmmhhh Lecker) und Teezwätschge abgerundet. Als Nummer 90 waren wir eigentlich eine der letzten Gruppe, so standen wir auch ziemlich am Anfang des Umzuges ein, damit wir diesen auch noch etwas betrachten konnten. Hexenmasken hatte es jedenfalls wie Sand am Meer. Und zwischendurch ruften sogar die Gruppen welche vorbei liefen auch Harry zu.
Der Umzug selber war ca 1.5 Kilometer gross und ist somit rund 500 Meter länger als jener vom Nachbardorf Sursee(Quelle: Google Maps). Nach rund 1 Stunde und ca. 30 Minuten waren wir dann auch mit dem Umzug durch. Besonders erwähnenswert ist, die Auftrittsperformance gegenüber dem Vorabend. Ich denke, dies liegt daran weil wir dieses Mal Getränke konsumierten welche wir lieber haben als dieses Einheimische Zeugs.
Das grösste Highlight war sicher am Ende des Umzuges wo die Live TV Übertragung stattfand. Die daheimgebliebenen, Partner/innen, Kollegen sowie Verwandten schauten jedenfalls zahlreich zu. Dies merkte man auch anhand der Whatsapp Spamflut. Auch meine Eltern sendeten mir Bilder und Videos zu. Jedoch konnte ich dies erst bei Ankunft zuhause in Oberkirch anschauen da ich mein Mobiltelefon in der ZSA liegenlassen habe. Immerhin hatte ich aber das Ladekabel dabei…

Um 21.00 Uhr trafen wir pünktlich in Oberkirch ein, nach dem die Gepäckverteilung erfolgt war gingen die einen nach Hause, die anderen marschierten noch zu Busi Wisu’s Taverne um einen „Tschinggenfreesbee“ oder zwei Schnitzel aufeinander mit Käse gefüllt zu verspachteln. Damit auch er an diesem Wochenende noch etwas Umsatzmachen konnte :-). Immerhin wissen wir ja, dass da das Trinkgeld jeweils nicht für Griechenland bestimmt ist.

Somit ist die Vorfasnacht 2015 endgültig Geschichte! Wir sind jedenfalls gerüstet für die Eroberung der Region, bevor es nun aber weitergeht werden wir intensiv beschäftigt sein mit dem Aufstellen des Festgeländes für unseren Ball vom Donnerstag sowie dem Guuggair vom Sonntagabend.
Ab Mittwochabend wird es dann wieder losgehen für rund eine ganze Woche wir freuen uns mit euch abzufeiern und eins zu nehmen (auf eure Kosten).